Zimmerei Fleck
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Strümpfelbach

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Von der geheimen Sprache der Bäume zum modernen Holzbau

Vortrag von Dr. Erwin Thoma vom 5. März 2015

Visionär, Naturholzpionier
und Buchautor

Der Ort für einen Vortrag über Holz konnte nicht besser gewählt sein. In unserer Abbundhalle konnten 300 Menschen den engagierten Vortrag des österreichischen Naturholzpioniers und Visionärs verfolgen. Gleich zu Beginn seiner Ausführungen lobte Dr. Erwin Thoma das Strümpfelbacher Ortsbild, das ohne Holz- und Fachwerkbau wahrscheinlich nicht mehr so dastehen würde.

„Mensch und Baum als Partnerschaft“ – dieser Satz fiel gleich zu Beginn des Abends und wurde immer wieder in verschiedene Richtungen ausgedehnt und mit Beispielen gefüllt. „Die Bäume haben die beste Überlebens- und Widerstandsstrategie, denn sie können 9600 Jahre alt werden und haben dennoch nur verdichtete Luft in sich, die sich wieder rückstandsfrei in C und O2 aufspalten lässt.“ Der Holzpionier klärte auch darüber auf, dass die Zementproduktion dreimal so viel Energie benötigt wie alle Flugzeuge zusammen und dass 60% allen Energieeinsatzes in die Häuser und Wohnungen fließt.

Wenn Erwin Thoma dann in die Argumente für Naturholzverwendung und den modernen Holzbau kommt, dann funkeln die Augen des drahtigen Österreichers. „Wenn Menschen in Zimmern schlafen, die nur aus Naturholz bestehen, dann senkt sich der Puls und der Nachtstress geht zurück. Lärchen- und Fichtenharz hat 900 Einzelbestandteile, und dessen Wirkung ist gut gegen Bakterien, Viren und Pilze. Der Baum nimmt und gibt, ist eine Klimaanlage. In den Bäumen liegt die Lösung für die Gesundheit, Zukunft und Kreislaufwirtschaft – solch ein Wissen muss man verschenken und weitergeben.“

Isoliermaterialien sieht Thoma als Sackgasse, zumal sie den nachfolgenden Generationen aufgebürdet werden. Nach seiner Ansicht ist Holz das temperaturbeständigste und vielfältigste Baumaterial. „Die Kosten des Hauses entstehen bei der Planung, nicht beim Material.“ Bei der Dimensionierung der Heizungsanlagen wird in Holzhäusern nur ein Bruchteil der sonst nötigen Kapazität gebraucht. Dass sowohl der Wohnungs- und Hotelbau, als auch der Gewerbebau funktioniert, das hat Thoma in 33 Ländern der Erde bewiesen. Zu seinen Kunden gehören auch Adelige, die es am Lebensabend satt haben, in kalten Schlössern und Burgen wohnen zu müssen.

Seine Holzhäuser baut Thoma in „F 180“, das heißt, dass sie drei Stunden einem Brand standhalten. Von außen sind sie oft mit Kalkputz versehen, und innen empfiehlt er Lehmputz.

Informationen zu Bäumen und natürlichen Lebensräumen gab es auch durch Informationsstände des NABU Weinstadt in der Halle. Das Motto zum 750-jährigen Jubiläum Strümpfelbachs „ewig & 3 dinge“ (Verbindung von Wein, Kunst und Holz) wurde mit der historischen und aktuellen Betrachtung zu Holz gewürdigt. Die Zuhörerinnen und Zuhörer waren durchweg von den Inhalten und vor allem von den Zusammenhängen fasziniert. Ein paar medizinische Aussagen müsste man sich noch genauer ansehen, doch wo man sich wohl fühlt, da geht es einem auch gut.

Sie wissen jetzt, dass Mondholz bei abnehmendem Mond geschlagen wird und das Beste ist. „Das Haus, in dem ich wohne, muss mich stärken und nicht schwächen“,„Schönheit hat immer mit Schlichtheit zu tun“, „Mit den Ressourcen besser umgehen (lernen).“ Holz ist eben nicht nur zum Heizen oder als Materialien mit anderen Baustoffen zusammen da,sondern auch als Hauptbaustoff verwendbar. Nach Thomas Ansicht ist Holz sogar eine gute Kapitalanlage.